Meinungsfreiheits-Rant

An die ganze „…, aber das darf man ja heutzutage nicht mehr offen sagen“-Fraktion da draußen.
Du darfst, von wenigen strafbewehrten Ausnahmen mal abgesehen, offen sagen was du magst, dafür darf dich keine staatliche Behörde bestrafen oder unter Druck setzen. Das ist der Kern des im Grundgesetz garantierten Rechts auf freie Meinungsäußerung.

Was Dir gerade so unangenehm auffällt ist keine Unterdrückung, es nennt sich Widerspruch und Distanzierung. Das ist das, wenn andere Menschen ebenfalls von ihrem Recht Gebrauch machen und Dir sagen was sie davon halten was Du gesagt hast. Oder sie sagen nichts und distanzieren sich auf eine andere Art und Weise von Dir, um nicht mit Dir und Deinem Gedankengut in Verbindung gebracht zu werden.

Ausserdem ist es sehr gut möglich, dass sie Dich aufgrund Deiner Aussagen für einen unangenehmen Menschen halten Dich deshalb nicht in ihrer Nähe haben wollen oder Dich für bestimmte Aufgaben und Jobs für ungeeignet halten. Vor allem aber muss Dir keiner zuhören, Dir eine Bühne dafür bieten, Dir Sendezeit geben oder einen Raum dafür zur Verfügung stellen.

tl,dr
Sag was du willst aber jammer nicht rum, dass andere daraus Konsequenzen ziehen.

Beau of the fifth Column

youtube-Tip

“Hey there internet people.”
So beginnt der im folgenden vorgestellte Mensch jedes seiner Videos.

Ich bin bei reddit in /r/menslib auf ihn gestossen.

Ein weisser mittelalter US-Südstaatler, ex-Militärberater, ex-Polizeiausbilder, mittlerweiler Journalist und Youtuber, der in seiner Garagenwerkstatt Videos dreht und darin über Waffen, Cops, weisse und schwarze Menschen, Männer und Frauen, Flaggen und Flüchtlinge redet. Lasst Euch nicht vom ersten Eindruck täuschen. Checkt Eure Vorurteile 🙂 .

Der gesamte Kanal
Video: Let’s talk about the problem with young women….
Video: Let’s talk about guns, gun control, school shooting, and “law abiding gun owners” (Part 1)…
Video: Let’s talk about the candidate who can beat Trump…

Wie der opener ist auch der Schlussatz immer der gleiche:
“It’s just a thought, y’all have a good night.”

Über mich

Ich bin ein weisser heterosexueller cis Mann in den vierzigern, der in Dorf und Kleinstadt sozialisiert wurde. Ich hatte in meiner Grundschulklasse ein türkischstämmiges Kind, im Gymnasium 3 deutsche mit Migrationshintergrund, im Maschinenbaustudium [BA] 3 Frauen im Kurs von 24, weiss und deutsch waren wir dort alle. Homosexualität wurde eher geduldet als akzeptiert. Transmenschen waren weit weg und irgendwie strange. Drogen waren böse, deshalb sind sie ja auch verboten.

Ich habe alltäglichen Rassismus, Sexismus, Homophobie, Transfeindlichkeit und Antisemitismus erlebt, verinnerlicht und sicherlich auch mit gefördert, sei es durch Nichterkennen, Duldung sowie durch unbewusste oder bewusste Reproduktion. Ich bin in der privilegierten Position mir darüber keine Gedanken machen zu müssen, weil ich oder mein Umfeld nur selten davon direkt betroffen sind.

In diesem Blog möchte ich Euch schildern, was ich bei mir und bei anderen Menschen online wie offline beobachtet habe, was es mit mir macht und was ich dabei und dazu denke. Dazu kommen gelegentliche Tips und Kommentare zu Büchern, Videos oder Veranstaltungen.

Toll, noch so ein weisser Ritter, der uns Betroffenen erklären will, wie man Feminismus/Antirassismus/… richtig macht.

Nein, auf gar keinen Fall, dazu sind meine Kenntnisse und Einblicke viel zu oberflächlich. Ich weiss dass ich nichts weiss und arbeite daran. Falls dieser Eindruck entsteht, dann tut mir das leid, und falls sich jemand die Arbeit machen möchte, ich wäre für entsprechendes Feedback wirklich dankbar. Dieses Blog bietet für Betroffene von Diskriminierung vermutlich wenig Mehrwert, weil sie an einem Tag unter Menschen wahrscheinlich mehr erleben als ich in einem Monat. Es ist eher der Versuch, Menschen mit ähnlichem Erfahrungshorizont wie dem meinen an Diskriminierungserfahrungen und ihre Ursachen heranzuführen und dafür zu sensibilisieren.

Haha, noch so ein untervögelter Frauenversteher und Gutmensch, der glaubt dass er so endlich eine abkriegt.

Wenn das das Ziel wäre, sollte ich meine Zeit besser auf dem Fahrrad oder im Kraftraum verbringen, da wäre in dieser Hinsicht wahrscheinlich mehr zu gewinnen. Jungs und Mädels, “that’s not how this works”. Nett sein im Sinne von “kein Arschloch” sein ist nur eine Mindestanforderung von vielen, es gibt auch kein Bonusheft, das man für 3 x Essen gehen oder 10 x Spülmaschine ausräumen am Ende irgendwo für Sex einlösen kann.